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Obwohl in den vergangenen rund 11.000 Jahren seit dem Carolina-Kometen glücklicherweise(?) kein Einschlag mehr mit globalen Auswirkungen auf unserer Erde erfolgte, wäre es ein verfänglicher Irrtum, die Gefahr einer Kollision mit jenen unzähligen, immer wieder in Erdnähe kommenden „Himmelskörpern“ zu unterschätzen! Denn während die Bahnen vieler Kleinplaneten und Planetoiden wegen ihrer Größe bekannt sein dürften und große Kometen relativ selten auftauchen, kreuzen Asteroiden und Meteoriten die Erdbahn verhältnismäßig oft. Diese Tatsache verdeutlicht folgende Übersicht aus www.W Asteroid – Wikipedia.de mit Objekten, die seit 2004 in Erdnähe kamen:

Objekt                                 Durchmesser    Entdeckung   Annäherung:   Kleinster Abstand zur Erde:

Asteroid 2004 FH                  30 m               16-03-2004     18-03-2004     43.000 km

Asteroid 2004 FU162              6 m (Meteorit) 31-03-2004     31-03-2004     6.535 km

Asteroid 2004 YD5                 5 m (Meteorit) 19-12-2004     21-12-2004     35.000 km

Asteroid 2007 TU24               250 m             11-10-2007     29-01-2008     538.000 km

Asteroid 2008 TC3                 4 m (Meteorit) 06-10-2008     07-10-2008     (Absturz in Nubischer Wüste)

Asteroid 2008 TS26               1 m (Meteorit) unbekannt       09-10-2008     6.150 km

Asteroid 2009 DD45               21 - 47 m        01-03 2009     02-03-2009     70.000 km

Asteroid 2009 FH                   13 – 29 m       17-03-2009     18-03-2009     80.000 km

Asteroid 2009 VA                  7 m                 15 Std.vorher  06-11-2009     12.760 km

Asteroid 2010 AL30               10 – 15 m        13-01-2010     13-01-2010     130.000 km

Asteroid 2010 RX30               10 – 62 m        05-09-2010     08-09-2010     250.000 km

Asteroid 2010 RF12                7 – 16 m         05-09-2010     08-09-2010     80.000 km

Asteroid 2005 YU55               400 m              28-12-2005     09-11-2011     324.600 km

Asteroid 2012 BX34               11 m                unbekannt       27-01-2012     60.000 km

Asteroid 2012 DA14                ca. 50 m          23-02-2012     15-02-2013     7.600 km

Asteroid 2012 TC-14               12 - 27 m        2012               12-10-2017     44.000 km

Asteroid Apophis (99942)        270 m              19-06-2004     13-04-2029     30.000 km

Die stark variierenden Größenangaben mancher Objekte zeigen, dass der effektive Durchmesser infolge taumelnder Drehbewegungen schwer zu ermitteln ist. Zwar sind die meisten Objekte verhältnismäßig klein, tauchen jedoch unverhofft auf, weil sie sich auf nicht exakt vorherberechenbaren Bahnen bewegen und deshalb manchmal nur wenige Tage oder auch nur Stunden vor der größten Annäherung entdeckt werden. Die Annäherungsgeschwindigkeit kann immerhin 42 km/sec. betragen (entspricht 151.000 km/h!) und käme so ein „Brocken“ der Erde entgegen, was glücklicherweise äußerst selten passiert, könnte sich die Annäherungsgeschwindigkeit bis auf 72 km/sec. (260.000 km/h) steigern, weil unser Planet bekanntlich selbst mit 30 km/sec. die Sonne umrundet!

Nachdem es in der Fachliteratur nach wie vor keine einheitlichen Angaben zur Klassifikation dieser Objekte gibt, wird hier versucht, eine Definition aus Mittelwerten zusammenzustellen. Die Obergrenze von 6 m für Meteoriten entstammt einer Einschätzung aus www.W Asteroid – Wikipedia.de.

  • Meteoriten (Meteoroiden): Ø 1 cm - 6 m, die geschätzte Anzahl geht in die Billionen.
  • Asteroiden: Ø < 6 m – 10 km, Objekte, die über keine ausreichende Masse verfügen, um durch ihre Eigengravitation eine annähernd runde Form (hydrostatisches Gleichgewicht) zu erreichen. Bislang sind 697.413 Asteroiden im Sonnensystem bekannt (Stand: 11. November 2015), wobei die tatsächliche Anzahl wohl in die Millionen gehen dürfte.
  • Planetoiden bzw. Zwergplaneten: Ø 10 km – 930 km (Ceres). Objekte, die über ausreichende Masse verfügen, um durch ihre Eigengravitation eine annähernd runde Form (hydrostatisches Gleichgewicht) als maßgebliches Unterscheidungsmerkmal zu erreichen. Infolge fließender Grenzen ist die Gesamtzahl nicht abzuschätzen.
  • Kometen (auch Haar- oder Schweifsterne genannt): Ø bis 100 km. Der eigentliche Kern besteht vorwiegend aus gefrorenem Kohlenmono- und -dioxyd, Methan oder Wassereis, kann im Inneren jedoch auch Teile aus Magneteisenstein enthalten. Der Schweif kann bis zu mehreren Millionen km lang sein. Jedes Jahr tauchen zwischen 20 und 30 (neue?) Kometen auf. Die Gesamtzahl ist unschätzbar, weil sich manche Kometen auf ihren exzentrischen Bahnen so weit außerhalb unseres Sonnensystems befinden, dass sie nur alle 3.000 Jahre wiederkehren, wie beispielsweise der Komet Hale-Bopp. Die größte Anzahl von ihnen vermutet man in der „Oortschen Wolke“, die bis zu 150.000 Astronomische Einheiten (mittl. Abstand Erde-Sonne = 150´000.000 km) in den interstellaren Raum hinausreichen könnte.