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Nach Recherchen des Schweizer Gelehrten Jean-Jacques Babel fanden auf unserem Planeten in den vergangenen 5.600 Jahren rund 14.500 Kriege statt, bei denen über drei Milliarden Menschen getötet wurden! Selbst wenn diese Zahlen übertrieben wären, handelt es sich bezüglich des Tötens wohl um das dunkelste Kapitel der gesamten Menschheitsgeschichte. Auch wenn keine genauen Definitionen vorliegt, ist davon auszugehen, dass die meisten dieser Kriege Glaubenskriege oder Eroberungskriege waren.

Abgesehen davon sieht es in Anbetracht der äußerst brisanten Situation auf unserer Erde ganz danach aus, als würde die gegenwärtige Weltbevölkerung an einer ähnlichen Hürde scheitern wie unsere vorgeschichtlichen Ahnen. Deshalb stellt sich die Frage, aus welchen Gründen die Gefahr einer Selbstvernichtung immer wieder heraufbeschworen wird bzw. was diese Menschheit aus ihrer Vergangenheit gelernt hat und wo denn unsere vielgepriesene, allerdings maßlos überschätzte Weisheit eigentlich geblieben ist? (In diesem Zusammenhang ist übrigens auch der Absatz "Psychischer Zusammenbruch einer geistigen Elite“ sehr aufschlussreich!) Die Antwort darauf ist einfach: Weil sich das Bewusstsein der meisten Menschen auf unserem Planeten (mit Ausnahme einer fortgeschrittenen Minderheit) noch in einer relativ niederen Entwicklungsphase befindet, oder – mit anderen Worten ausgedrückt – weil die ethisch-spirituelle Entwicklung größtenteils noch in den Kinderschuhen steckt! Der berühmte deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) brachte diese Rückständigkeit mit folgenden Worten zum Ausdruck:

„Der Mensch lebt - philosophisch gesehen - noch in der Steinzeit.”

Rund 1.070 Religionen und Sekten rund um den Erdball konnten bis zum heutigen Tage nicht bewirken, die Menschheit zu einem dauerhaften friedlichen Zusammenleben zu bewegen. Dies liegt gewiss nicht an unvollkommenen Glaubenssätzen, sondern an der Unfähigkeit, die in diesen Schriften enthaltenen, zumeist doch wertvollen Richtlinien für die menschlichen Verhaltensweisen untereinander in die Praxis umzusetzen. Wohl hat in letzter Zeit dank des umfangreichen Aufklärungsmaterials bei vielen hundert Millionen Menschen ein Umdenk-Prozess eingesetzt, aber im Vergleich zur gesamten Weltbevölkerung ist dies immer noch eine Minderheit. Deshalb wäre es interessant zu wissen, welche Texte bezüglich des Tötens (auszugsweise) in den Schriften der vier großen Weltreligionen enthalten sind:

Aus den buddhistischen Weisheitslehren:

„Die erste unheilsame Handlung des Körpers ist töten. Das eigene Leben ist jedem fühlenden Wesen das Wertvollste. Deshalb ist es auch die schwerwiegendste unheilsame Handlung, dem Leben eines anderen Wesens Schaden zuzufügen oder es gar ganz zu nehmen. Dies gilt für alle fühlenden Wesen, vom Menschen bis hin zu unscheinbaren Käfern und Insekten. Sie alle hängen sehr an ihrem Leben, und es ihnen zu nehmen, ist immer eine Handlung des Tötens.“

Aus der Bhagavad-Gita der Hindus:

„Ahimsa bedeutet, das fortschreitende Leben aller Lebewesen nicht aufzuhalten. Weil der spirituelle Funke nie getötet werden kann, selbst wenn man den Körper tötet, sollte man nicht denken, man dürfe deshalb um der Sinnenbefriedigung willen Tiere töten. Heutzutage sind die Menschen süchtig danach, Tiere zu essen, obwohl ihnen ausreichende Mengen an Getreide, Früchten und Milch zur Verfügung stehen. Es besteht keine Notwendigkeit, Tiere zu schlachten. Diese Anweisung gilt für jeden... Auch die Tiere machen einen evolutionären Fortschritt, indem sie von einer tierischen Lebensform zur nächsten wandern. Wenn ein Tier getötet wird, wird dadurch sein Fortschritt aufgehalten. Ein Tier muss für eine bestimmte Anzahl von Tagen oder Jahren in einem bestimmten Körper bleiben, doch wenn es vorzeitig getötet wird, muss es noch einmal in die gleiche Lebensform zurückkehren und dort die noch ausstehenden Tage verbringen, bevor es zur nächsten Lebensform erhoben werden kann. Ihr Fortschritt sollte also nicht unterbrochen werden, nur weil man seinen Gaumen befriedigen will...“

Aus dem islamischen Koran (Quran):

Sure 4/92: „Ein Gläubiger darf keinen Gläubigen töten, es sei denn aus Versehen...“

Sure 4/93: „Und wer einen Gläubigen mit Vorsatz tötet, dessen Lohn ist Dschahannam (die Hölle); ewig soll er darin verweilen, und Allah zürnt ihm und verflucht ihn und bereitet für ihn gewaltige Strafe.“

Sure 6/151: „...und tötet kein Leben, das Allah verwehrt hat, es sei denn mit gerechtem Grund...“

Sure 17/33: „Und tötet keinen Menschen, den euch Allah verwehrt hat, es sei denn um der Gerechtigkeit willen…“

Sure 4/29: „...und begeht nicht Selbstmord.“

Wichtiger Hinweis: Die kursiven Texte sind wörtlich wiedergegebene Auszüge aus der angeblich besten Übersetzung des Koran vom Arabischen ins Deutsche von Max Henning.

Aus der Bibel des Christentums und aus dem Evangelium der Essener:

Mit dem fünften Gebot „Du sollst nicht töten“ wird das Töten zwar geächtet, jedoch nicht verboten, weil ein Verbot ein Eingriff in das Göttliche Privileg des freien Willens wäre. Ein gravierender Irrtum ist allerdings, dass die meisten Christen diesen Wortlaut alleine auf Menschen beziehen, denn in Wahrheit ist - ebenfalls wie im Buddhismus und Hinduismus - generell auch das Töten von Tieren gemeint. Wenn es nicht so wäre, würde das fünfte Gebot lauten: „Du sollst keinen Menschen töten!”

Dass die Ignoranz dieser Tatsache schwerwiegendere Folgen hat, als man im Allgemeinen ahnt, wird durch einen Text aus dem Evangelium der Essener bestätigt, welches im Original in der Geheimbibliothek des Vatikans aufbewahrt wird! Gemäß dieser Schriften, die der Öffentlichkeit erst über einen Umweg zugänglich wurden, hielt sich Jesus oft bei den Essenern auf, um sie zu unterweisen. Er ging vermutlich deshalb so ausführlich auf dieses Thema ein, weil sich die Essener vorwiegend vegetarisch ernährten.

Als Jesus von der versammelten Gemeinschaft gefragt wurde: „Wohin sollen wir gehen, wenn die Worte des ewigen Lebens mit Dir sind? Sag uns, welches sind die Sünden, die wir vermeiden sollen, damit wir niemals wieder krank werden?“, antwortete er: „Es geschehe nach eurem Glauben“ und setzte sich unter sie und sagte: „Es wurde ihnen in alter Zeit gesagt: Du sollst deinen Himmelsvater und deine Erdenmutter ehren und ihre Gebote achten, auf dass du lange lebst auf Erden.“ Und als nächstes wurde dieses Gebot gegeben:

„Du sollst nicht töten, denn Leben wird allein von Gott gegeben, und das, was Gott gegeben hat, darf der Mensch nicht wegnehmen.“

Gehorcht darum den Worten Gottes: „Seht, ich habe euch alle Pflanzen der ganzen Erde, die Samen tragen, gegeben, um alle Bäume mi9t Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Und jedem Tier der Erde und jedem Vogel in der Luft und allem Gewürm, das auf der Erde kriecht, das mit dem Atem des Lebens belebt ist, habe ich jedes grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Auch die Milch von allem, was sich bewegt und auf der Erde lebt, soll Speise für euch sein, so wie ich die grünen Kräuter ihnen gegeben habe, gebe ich euch die Milch. Aber das Fleisch und das Blut, das es belebt, sollt ihr nicht essen!“

Unabhängig von solchen Richtlinien in religiösen Texten wird auf unserem Planeten an jedem Tag millionenfach getötet, und zwar Mensch UND Tier. Dies liegt vorwiegend daran, dass verhältnismäßig viele Menschen von den karmischen Folgen des Tötens (selbst bei Tieren) keine Ahnung haben, was auch im Zitat des russischen Dichters Leo Tolstoi (1828-1910) „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“ angedeutet wird.

Die besondere Bedeutung dieser Aussage wird durch den Ausspruch „Der Mensch ist, was er isst" bestätigt, weil die Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf unsere Entwicklung hat. Angeblich können Menschen, solange sie Tiere essen (auch wenn sie diese nicht selbst schlachten), keine höhere Bewusstseinsebene oder ethische Reifestufe erreichen. Die Pazifistin Bertha von Suttner (1843-1914) warnt in ihrem bekannten Zitat ebenfalls vor negativen Folgen des Fleischgenusses "Meiner Überzeugung nach wird auch einst die Zeit kommen, wo niemand sich wird mit Leichen nähren wollen, wo niemand mehr sich zum Schlächterhandwerk bereit finden wird. Wie viele unter uns gäbe es schon jetzt, die niemals Fleisch äßen, wenn sie selber das Messer in die Kehle der betreffenden Tiere stoßen müssten.“

Dazu ein wichtiger Hinweis: Es steht außer Zweifel, dass alle Beschreibungen in Notfällen oder bei Hungersnöten und Kriegen ihre Gültigkeit verlieren, denn die Erhaltung des Lebens bzw. die Selbsterhaltung hat immer Vorrang. Unter diesem Aspekt können Menschen, die in anderen Kulturkreisen bzw. unter völlig anderen Bedingungen aufgewachsen sind und dementsprechend leben, wie beispielsweise Eskimos oder Eingeborene, auf tierische bzw. organische Nahrung natürlich nicht verzichten und sind deshalb davon ausgenommen!