Die Umstände des äußerst flachen Einschlages des so genannten „Carolina-Kometen“ zwischen 9.500 und 8.700 v.Chr. sind deshalb so bemerkenswert, weil er in den amerikanischen Bundesstaaten Georgia, North Carolina und South Carolina auf einer Fläche von etwa 160.000 Quadratkilometern eine halbe Million ovale Buchten hinterließ, die heute teilweise mit Wasser gefüllt sind. Diese auch „Kuhlen“ genannten Gräben sind zwischen 150 m und 11 km lang und zeigen ausnahmslos von Nordwest nach Südost. Trotz aller wissenschaftlichen Bemühungen konnte in diesem riesigen „Streufeld“ bis heute kein einziges Bruchstück vom Kometenkern selbst gefunden werden, weshalb man annimmt, dass diese Gräben nur durch massive, von der äußeren Schicht abgesprengte Eisbrocken entstanden sein könnten.

Nachdem östlich der Bahamas zwei nebeneinander liegende Einschlagkrater entdeckt wurden, ist davon auszugehen, dass sich dieser mächtige Komet vor seinem Aufprall geteilt hat. Unterwasser-Archäologen vermuten, dass er im Gebiet zwischen den großen Antillen (Kuba, Jamaika und Haiti) und den Bahamas eine Absenkung des Meeresbodens und sogar die Abschmelzung jener Polkappen ausgelöst haben dürfte, die sich in der „Würm-Eiszeit“ (etwa 14.000–11.000 v. Chr.) gebildet hatten. Ihrer Berechnung nach ist der Meeresspiegel seither um etwa 68 Meter höher, was darauf schließen lässt, dass sich die heute vom Wasser bedeckten Kontinental-Schelfe dieser Inseln damals über dem Meeresspiegel befanden und somit aus teilweise zusammenhängenden Landmassen bestanden, unter denen sich auch die ringförmige Insel von Atlantis befand.

Aufgrund wissenschaftlicher Recherchen weiß man heute, dass sich in der berühmten Bibliothek von Alexandrien 1,2 Millionen Schriftrollen befanden, die das ganze damalige Wissen der Menschheit enthielten. Unter diesen waren angeblich Aufzeichnungen über Menschheitsgenerationen längst vergangener Zeitepochen, wie beispielsweise auch ein Bericht über den Untergang des Inselkontinents Atlantis. Bekanntlich fiel ein Großteil dieser Schriften der Brandstiftung von Oktavian, dem späteren römischen Kaiser Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.) zum Opfer. Der Rest wurde auf Anordnung des muselmanischen Eroberers Amru als Heizmaterial für die öffentlichen Bäder von Alexandrien verwendet. So gingen – wie leider auch in der Zwischenzeit bis zum heutigen Tag - durch menschliche Willkür unschätzbare Werte für immer verloren.

Glücklicherweise gibt es in Platons populärem Timaios-Dialog Aufzeichnungen über Atlantis, die allerdings von seinem berühmtesten Schüler und späteren Gegner Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) ins Reich der Phantasie verwiesen wurden. Doch es stellte sich heraus, dass selbst Aristoteles nicht unfehlbar war, denn er hatte wohl übersehen, dass Platons Informationen über Atlantis ausgerechnet von einem seiner eigenen Vorfahren - dem griechischen Dichter und Gesetzgeber Solon (640 – 560 v. Chr.) - stammten. Als dieser nämlich anlässlich seiner Ägyptenreise im Jahre 591 v. Chr. mit den berühmten Priestern von Sais (26. Dynastie) zusammentraf, erfuhr er von ihnen, dass vor der gegenwärtigen Menschheitsgeneration auf dieser Erde bereits mehrere Zivilisationen existierten, die durch gigantische Naturkatastrophen beinahe gänzlich ausgelöscht wurden. Die letzte dieser Hochkulturen war eben Atlantis, das nach Angaben der Priester - die angeblich die ältesten Überlieferungen der Menschheit besaßen - 7.302 Jahre vor der großen Flut (Sintflut) in einer einzigen Nacht im Atlantik versank.

Nachdem Berufstaucher in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts unweit der Bahamas künstlich errichtete Steinquaderbauten entdeckten, wäre Platon´s Behauptung, Atlantis hätte „jenseits der Säulen des Herakles“ (Straße von Gibraltar) im Atlantischen Ozean existiert, eigentlich nicht von der Hand zu weisen. Abgesehen davon könnte diese gigantische Katastrophe durchaus von dem bereits erwähnten Einschlag des „Carolina-Kometen“ ausgelöst worden sein.